Allgemein Für Administratoren Für Architekten Für Entwickler Für Projektleiter Für Tester News Produkte Publikationen
X
Thorsten Dralle
Thorsten Dralle ist Senior Software Consultant bei der AIT und Verantwortlicher für die Automation Foundation.

Thorsten Dralle

Das neue Release der TFS Power Tools beleuchtet…

Freitag, 25. Juli 2008

Vor wenigen Tagen wurde die neue Version der Power Tools freigegeben. Daher kann die July 08 Edition auf der Webseite von Microsoft unter folgendem Links heruntergeladen werden: http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?FamilyID=00803636-1d16-4df1-8a3d-ef1ad4f4bbab&displaylang=en. Mit der neuen Version gibt es zwei neue Werkzeuge und ein neues Plugin für das Visual Studio, welche nachfolgend näher vorgestellt werden sollen.

Alerts Plugin für Visual Studio
Die erste Neuheit ist ein neues Plugin für Visual Studio, welches einen neuen Dialog für die Verwaltung von Alarmen zur Verfügung stellt. Bisher war es im Visual Studio nur möglich vier vordefinierte Alarme (z.B. "E-Mailbenachrichtigung bei Änderung meiner Work Items") zu verwalten. Wenn diese vier Alarme nicht ausreichend waren, so musste auf das Kommandozeilenwerkzeug BisSubscribe.exe ausgewichen werden. Für das Anlegen und Verwalten von Alarmen gibt es jetzt ein neues Plugin, dass in den Teamexplorer integriert ist. Die neuen Features stellt Brian Harry ausführlich auf seinem Blog vor. Mit dem neuen Dialog können allerdings nur Alarme verwaltet werden, die selbst angelegt wurden. Eine zentrale Verwaltung ist damit nicht vorgesehen.

Unterstützung von Namensänderungen im Active Directory
Der TFS speichert intern an einigen Stellen den Display Name eines Active Directory Benutzers. So wird dieser beispielsweise im "AssignedTo" Feld verwendet und findet sich dadurch auch in WIQL Abfragen wieder. Nach einer Änderung des Namens im Active Directory, wird sich die Abfrage nicht mehr wie erwartet verhalten. Daneben gibt es noch weitere Stellen, an denen der Display Name Verwendung findet. Nach der Änderung des Namens im Active Directory kann dieser mit Hilfe der neuen Power Tools anschließend auch innerhalb des TFS korrigiert werden.

Der TFS Server Manager
Die letzte Neuheit ist der TFS Server Manager. Der TFS Server Manager ist ein Monitoring Tool, mit dem man interessante Statistiken aus dem TFS auslesen kann. Eine Vorbedingung für die Installation ist die Powershell. Daher sollte diese vor der Installation der Power Tools eingerichtet werden. Nach der Installation befindet sich der Server Manager im Installationsverzeichnis der Power Tools. Bei einer Standardinstallation findet man ihn unter C:\Program Files\Microsoft Team Foundation Server 2008 Power Tools\TfsServerManager.exe.
Nach dem Start des TFS Server Manager gilt es im ersten Schritt einen Server zu konfigurieren. Einen neuen Server kann man mit einem Klick auf den Button „Add on ore more servers to the list“ hinzufügen. Anschließend öffnet sich ein Dialog, in dem wir die Adresse des Servers eingeben können.

Anschließend steht der Server zur Verfügung. Mit einem Doppelklick öffnet sich ein neuer Dialog in dem verschiedene Kennzahlen angezeigt werden. Auf dem ersten Tab wird der Reqeust selber angezeigt. Das Summary Tab stellt allgemeine Informationen über den Server dar. Es enthält dabei primär Informationen über die sogenannten Uptimes, also die über die Verfügbarkeit des TFS.

In der Health Übersicht stellt der TFS Server Manager den Event Log des Servers dar. Dabei werden nur die Einträge angezeigt, die den TFS Service betreffen. Daneben gibt es noch eine Verlaufsübersicht, in der Warnungen und Fehler auf einer Zeitachse eingezeichnet werden.

Im Bereich Maintenance erhält man Informationen über drei Aspekte. Zum einen werden sämtliche Workspaces aufgelistet, die derzeit existieren. Daneben erhält man eine Auflistung aller Shelvesets, die derzeit auf dem Server gespeichert sind. Die letzte Übersicht betrifft alle Labels, die in der Versionsverwaltung gesetzt sind.

Der letzte Bereich ist die Statistik. Dieses Tab kann dabei in zwei Sektionen aufgeteilt werden. Im ersten Teil erhält man einige Kennzahlen über die einzelnen Komponenten des TFS. So gibt es auf unserem Demo System beispielsweise 247 Work Items. Im Bereich Versionsverwaltung gibt das Tool beispielsweise Auskunft über die Größe der Datenbank oder der Anzahl an Checkin Vorgängen.

Neben den Kennzahlen der einzelnen Komponenten gibt der Server Manager auch Aufschluss über das Laufzeitverhalten einzelner Komponenten. Dabei wird die Laufzeit in Form der verstrichenen Zeit gemessen, die für die Ausführung der Operationen benötigt wurde. Für die Visualisierung kann man diese Ansicht nach vier Gesichtspunkten aggregieren:

  1. Activity by Command: Die Ermittlung der Werte basiert auf Basis der Webservice Aufrufe. Ein Beispiel für einen Aufruf könnte CreateWorkspace in der Versionsverwaltung sein.
  2. Activity by Application: In dieser Ansicht werden die Werte auf Basis der Client Applikation ermittelt. Wie man in diesem Beispiel sehen kann, ist die am häufigsten genutzte Applikation das Visual Studio (devenv.exe)
  3. Activity by User / IP: Die letzten beiden Laufzeitwerte werden über den User bzw. die IP Adresse des Aufrufes aggregiert.

Weiterhin besteht die Möglichkeit die Auswertung zu verfeinern. Dafür steht der Drill Down Dialog zur Verfügung. Im Drill Down Dialog wird der selektierte Eintrag aus der Übersicht weiter aufgeschlüsselt. Konkret bedeutet dies, dass in unserem Fall alle Aufrufe des Visual Studio weiter untergliedert werden. Der häufigste Aufruf ist dabei QueryBuildQueue. Die Funktion wurde dabei 104 mal aufgerufen und benötigte in der Summe 25,512 Sekunden.

Diese Laufzeitstatistik ist zweifellos eine der wertvollsten Informationen, die über den TFS Server Manager ausgelesen werden können. Diese bilden auch die Basis für die Optimierung der Infrastruktur bzw. der Detektion von Leistungsengpässen im aktuellen Deployment des TFS.

Fazit
Das neue Release der TFS Power Tools 2008 bringt Funktionalitäten mit, die man bereits nach der ersten Benutzung nicht mehr missen möchte. Das verdeutlicht, wie vorteilhaft Microsofts Strategie, vor einer neuen Version von VSTS eine Untermenge der neuen Funktionen vorab in Form von Service Packs und Power Tools zu releasen, für den Endkunden ist. Ohne Software Assurance Kunden würde diese Strategie wohl wirtschaftlich nicht aufgehen…

Verwandte Artikel:

Benötigen Sie Unterstützung bei der Software-Entwicklung und Architektur von .NET basierten Lösungen oder bei Einführung und Anpassung von Visual Studio / Microsoft Test Manager / Team Foundation Server?

Wir stehen Ihnen unter info(at)aitgmbh.de gerne zur Verfügung.

Hinterlasse eine Antwort