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Sven Hubert

Sven Hubert

Lessons Learned von der ALMConf – Keynote zu Value-Oriented Practices

Dienstag, 26. Oktober 2010

Die ALMConf ist wie der Name schon suggeriert die Konferenz zum Thema Application Lifecycle Management und findet in Stuttgart statt.

Neben den Beiträgen des AIT TeamSystemPro Teams gibt es natürlich weitere interessante Vorträge. So zum Beispiel die Keynote von Martin Künzle und Jens Donig in der es um die “Sünden im ALM” und die von Ihnen vorgeschlagene Lösung der “Value-oriented-Practices” ging.

Die Sünden

Viele ALM-Systeme und -Plattformen in Unternehmen sind aus vielen einzelnen Werkzeugen zusammengesetzt. Diese sind zwar integriert, aber sorgen für viele Kontextwechsel bei den Projektbeteiligten. So muss zum Beispiel ein Entwickler um einen Change Request zu bearbeiten die Entwicklungsumgebung verlassen und sich Informationen aus anderen Tools beschaffen bzw. Feedback geben. Das sorgt für Overhead in der täglichen Arbeit. Die folgende Abbildung verdeutlicht das Problem:

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Abbildung: “Die Erste Sünde”

Die zweite Sünde besteht aus der oft hinterlassenen Lücke bei den Prozessen. Makro-Prozesse sind durch Prozessmanager und Arbeitsgruppen definiert, werden aber im Alltag – also den Mikroprozessen – nicht gelebt bzw. passen mit diesen gar nicht zusammen.

Im Vortrag wurde eine Lösung zur Schließung dieser Lücke vorgestellt, die sich bereits in der Praxis beweisen konnte.

Schließlich wurde auch eine dritte Sünde adressiert – die lokale Optimierung. Wiederholt werden Anpassungen im ALM-System (den Toolketten, siehe erste Sünde) nur zur Lösung projektspezifischer Fragestellungen gemacht. Spezialfunktionen lassen sich im nach hinein nicht auf andere Situationen übertragen oder einfach verallgemeinern. Es entstehen viele Inseln die ausschließlich für sich optimiert sind. Es folgt ein Ungleichgewicht zwischen Betriebs- und Integrationsaufwänden im ALM-System und der damit erzielten Nutzen, welches dem Management häufig gar nicht bewusst – sprich unbekannt ist.

Das Bindeglied v-o-p

Im konkreten Fall dienten sogenannte Value-oriented-Practices (v-o-p) dazu sowohl Prozessmanager als auch Entwickler in den Diskussionen über die Prozessverbesserungsmaßnahmen abzuholen. Die Practices beschreiben dabei, welche Artefakte in welcher Reife vorliegen müssen und welche Verknüpfungen zu Business Activities existierten und vor allem welchen Beitrag ein Ergebnis – das bearbeitete Artefakt – zur Wertschöpfung leistet. So sind zum Beispiel Software Requirements im Zustand „Assigned and Committed“ für die nächste Iteration/Sprint definiert – sie wurden also im Rahmen des Backlogmanagements aufgeteilt, priorisiert und abgeschätzt und zur Realisierung „committed“.

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Abbildung: Eine Value-oriented-Practice (v-o-p)

Wabenstruktur

Identifiziert man nun die im Unternehmen für das ALM relevanten Schlüsselthemen, kann man daraus die entscheidenden v-o-o’s ableiten, nämlich diejenigen, denen eine eigene Wertschöpfung innewohnt. Diese können dann modular zusammengesetzt werden. So kann sich zum Beispiel eine Wabenstruktur wie in der folgenden Abbildung ergeben.

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Abbildung: Wabenstruktur der v-o-p’s

Phasenweise Einführung von ALM

Für die Einführung von ALM wird ein schrittweiser Ansatz empfohlen. So wurden im Beispielprojekt anhand der Waben Phasen geplant.

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Abbildung: Phase 1 – Project / Change / Issue Management

Im ersten Schritt wurden Practices wie zum Beispiel Backlog und Sprint Management ausgerollt. Die verwandten Themen wie Change, Defect, Issue Management wurden entsprechend der ALM-Landkarte – in der Wabenstruktur – angegangen.

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Abbildung: Phase 2 – Configuration / Build und Integration Management

Nach Erreichen des ersten Meilensteins wurde die Phase 2 eingeläutet. Schwerpunkt waren dabei Themen wir Versioning, Branching und Integration (orange) sowie die Verknüpfung zu den Practices aus Phase 1 (blau).

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Abbildung: Phase 3 – Testing

Derzeit steht Phase 3 mit dem Schwerpunkt Testing an. Alle anderen Themen laufen aber parallel weiter. Denn die Möglichkeiten der Prozessverbesserung sind ebenso wenig erschöpft wie die sich ändernden Anforderungen an die tägliche Arbeit.

Fazit

Mit dem richtigen Ansatz können Entwicklungsprozesse in eine für alle Beteiligten verständlichen Form gebracht werden. Die gezeigten essenziellen Prozesse in Form der Value-oriented Practices helfen aus unserer Sicht, den Umfang des ALM zu überblicken und für die eigenen Szenarien und Wertschöpfungsketten geschickt die relevanten und verwandten Practices auszuwählen.

Vielen Dank an Jens Donig und Martin Künzle für den interessanten und wertvollen Vortrag! Zur Vertiefung sei an dieser Stelle auf den erschienen Artikel der Autoren verwiesen.

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