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Stefan Mieth
ist Senior Consultant und Projektleiter bei der AIT und unterstützt Unternehmen bei der Einführung und Optimierung des Visual Studio Team Foundation Server. Er hat sich unter anderem der Definition und Verbesserung von ALM Prozessen verschrieben und hilft Unternehmen bei der Etablierung agiler Software Entwicklungs-Methoden und dem lösungsorientierten Anpassen der Werkzeugkette. +Stefan Mieth

Stefan Mieth

Reporting mit dem TFS Teil 2/3 – Der Report Builder 3.0

Donnerstag, 22. September 2011

Wie bereits im ersten Teil angesprochen, unterscheidet sich das Reporting mit den SQL-Reporting Services essentiell von Auswertungen mit Hilfe von Excel und Work Item Queries. In diesem zweiten Teil möchten wir Ihnen eine Möglichkeit vorstellen, wie Sie mit Hilfe des Report Builder 3.0 Berichte erstellen und Ihren Kollegen und Mitarbeitern zugänglich machen können.

Der Report Builder

Die Berichte, die Sie mit dem Report Builder erstellen werden zentral als RDL Dateien auf dem Reporting Server abgelegt. Bei der hierzu verwendeten beschreibenden Sprache Report Definition Language (kurz: RDL) handelt es sich um dieselbe, wie Sie auch im Business Inteligence Studio (kurz: BI Studio) zur Erstellung von Berichten verwendet wird. Im Gegensatz zum BI Studio, das direkten Zugriff auf den Code der Berichte erlaubt, bietet Ihnen der Report Builder lediglich eine schlanke Designer-Oberfläche. Mit dieser können Sie Datenquellen sowie unterschiedliche Charts und Tabellen erstellen, haben aber keinen Zugriff auf den Quellcode. Ein weiteres Feature des Report Builder ist das Ablegen von Teil-Berichten als sogenannte Report Parts, welche die Wiederverwendung von Berichtselementen in anderen Berichten vereinfacht.

Hinweis:

Der Report Builder 3.0 wird mit dem SQL Server 2008 R2 mitgeliefert und ist als Click Once-Installation auf der Webseite Ihres Reporting Servers verfügbar. Alternativ können sie sich den Report Builder auch von http://www.microsoft.com/downloads/de-de/details.aspx?FamilyID=d3173a87-7c0d-40cc-a408-3d1a43ae4e33 herunterladen und installieren. Eine Offline-Installation ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie nicht immer Zugriff auf Ihren Reporting Server haben und auch z.B. unterwegs und auf Reisen weiterarbeiten möchten. Der SQL Server 2008 beinhaltet den Report Builder 2.0. Sie können aber die Version 3.0 verwenden, um Berichte für einen SQL Server 2008 zu erstellen. Auf die neuen Features müssen Sie dann aber verzichten.

Die Oberfläche des Report Builder ist sehr schlicht gehalten, bietet aber alle essentiellen Funktionen zur Erstellung von aussagekräftigen Berichten. Auf der linken Seite befindet sich eine Übersicht über die Ein- und Ausgabedaten, also die Datenquellen (Data Sources) die die Verbindung zum Reporting-Server darstellen, sowie den Data Sets, die die einzelnen Abfragen repräsentieren, als auch die Parameter, die vom Benutzer zur Laufzeit des Reports verändert werden können. Dieses Datenrückgrat stellt die Rohdaten zur Verfügung, die durch Chart-Elemente aufbereitet dargestellt werden sollen.

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Abbildung 1 – Der Report Builder 3.0

Über das Kontextmenü des Baumeintrages „Data Sources“ – „New Data Source“ können neue Datenquellen erstellt werden. Hierbei unterstützt der Report Builder folgende Datenquellen:

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Abbildung 2 – Die Datenquellen

Über den Menüeintrag New wird ein Assistent aufgerufen der Sie bei der Erstellung der Data Sets und Charts unterstützt. In wenigen, einfachen Schritten werden alle benötigten Informationen aufgenommen die zum Erstellen des jeweiligen Elementes notwendig sind. Sie verwenden bei der Erstellung eines Data Sets die zuvor angelegte Data Source, und bei der Erstellung eines Chart Elementes das zuvor konfigurierte Data Set.

Hinter dem Ribbon „Insert“ verbergen sich die Chartelemente die frei gewählt werden können: Tabellen, Balken- und Kreisdiagramme oder auch Gauges, die Daten in Tacho oder Thermometer-Form darstellen können. Jedes dieser Elemente besitzt die Möglichkeit an eine zuvor definierte Datenquelle gebunden zu werden, sowie je nach Typ unterschiedliche zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten.

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Abbildung 3 – Die Tabellen- und Chartelemente

Die einfache Gestaltung des Report Builder weißt den Benutzer aber schnell in die Schranken. Da der Zugriff auf die XML Report-Definition verwehrt bleibt, ist es zum Beispiel nicht möglich, komplexe Berechnungen mit Hilfe von VB.Net Funktionen durchzuführen. Auch ist es schwer bis unmöglich, rein über diese Oberfläche ein grafisch anspruchsvolles Design zu realisieren. Der volle Funktionsumfang der theoretisch mit dem Reporting Service möglich ist, kann somit nicht ausgespielt werden.

Fazit

Der Report Builder ermöglicht es in einer rein grafischen Oberfläche ohne Programmieraufwand bereits beeindruckende Berichte zu erstellen und diese auf dem Reporting Server zu publizieren. Somit können auch die weiteren Annehmlichkeiten der Reporting Services wie Berichts-Abonnements genutzt werden. Auch können Sie sich über die Reporting-Parts mit Ihren Kollegen austauschen und Ihre Berichte und Teilberichte wiederverwenden. Die Einfachheit sollte aber nicht über den doch stark eingeschränkten Funktionsumfang hinwegtäuschen. Der Report Builder zeigt seine Stärken daher primär im Rapid Prototyping von Berichten.

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