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Peter Kuhn

Peter Kuhn

Meet Windows Azure

Freitag, 08. Juni 2012

Auf der gestrigen Veranstaltung "Meet Windows Azure" hat Microsoft einige weitreichende Neuerungen und Änderungen an seiner gleichnamigen Cloud-Computing-Plattform einer breiten Öffentlichkeit bekanntgegeben und gleichzeitig als Previews zugänglich gemacht. In dem mehrstündigen Event stellten Scott Guthrie und einige Gastredner die neuen Features und zugehörige Case Studies vor. Wer zumindest die Keynote nachholen möchte, findet die Aufzeichnung davon inzwischen auf der zugehörigen Webseite: http://www.meetwindowsazure.com/

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

Infrastructure as a Service (IaaS)

Unter dem Namen "Windows Azure Virtual Machines" besteht ab sofort die Möglichkeit, virtuelle Hard Disks in Azure zu hosten. Diese können lokal erstellt und dann hochgeladen werden, oder man wählt aus den vorhandenen, vorkonfigurierten Images in der Online Gallery ein passendes aus, welches mit wenigen Mausklicks und in Sekundenschnelle sofort zur Verfügung steht. Bemerkenswert ist, dass sich unter den unterstützten Systemen nicht nur Microsofts eigene (Server 2008 R2, Server 2012 RC und Server 2008 R2 mit SQL Server 2012) finden, sondern auch alternative Betriebssysteme wie OpenSUSE, CentOS und Ubuntu. Es besteht auch die Möglichkeit, virtuelle Maschinen aus Azure zurückzuholen oder gar zu anderen Anbietern zu verschieben. Ein Vendor-Lock-In findet also nicht statt. Durch das verwendete einheitliche VHD-Format findet diese Flexibilität ohne Konvertierung oder Zusatzsoftware statt – es handelt sich um ein rein physikalisches Verschieben der virtuellen Festplatten.

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Durch "Windows Azure Virtual Networks" wird diese Funktionalität ergänzt um die Möglichkeit, virtuelle Netwerke aus mehreren virtuellen Maschinen aufzubauen. Über VPN-Gateways können diese auch mit eigenen, lokalen Netzen verbunden werden. Microsoft setzt hierbei ganz auf Standards (z.B. per IPSEC) und unterstützt die Konfiguration durch das Bereitstellen von Skripten für bekannte Hersteller und Modelle von VPN-Hardware.

Windows Azure Web Sites

Mit diesem Feature möchte Microsoft den Einstieg für Web-Entwickler vereinfachen, die von der Elastizität und Flexibilität einer Cloud-Lösung profitieren möchten. Neben der Entwicklung per .NET werden auch Node.js und PHP unterstützt. Interessant für manchen dürfte auch sein, dass als Alternative zum SQL Server als Datenbank-Technologie nun auch MySQL zur Verfügung steht. Das Deployment der Seiten kann wie gewohnt bequem aus Visual Studio heraus erfolgen und unterstützt neben klassischem FTP auch die Integration mit Git und Team Foundation Server. Um so schnell wie möglich zu Ergebnissen zu gelangen, kann man wie von Microsofts WebMatrix bekannt diverse Open-Source-Produkte wie WordPress, Joomla oder Umbraco in aktuellen Versionen fertig konfiguriert in wenigen Sekunden vorinstallieren.

Während der Preview-Phase darf man 10 Webseiten 12 Monate lang kostenlos betreiben.

Entwicklertools und Sprachunterstützung

Zeitgleich zu den neuen Features wurde auch eine neue Version des SDKs veröffentlicht. Es enthält beispielsweise die neu hinzugekommene Unterstützung für Python, aber auch diverse Verbesserungen für bestehende Sprachen. Das SDK bringt außerdem Kommandozeilen-Support für Windows, Linux und Mac OS. Hierüber lassen sich alle Funktionen steuern. Entwickler dürfte auch freuen, dass der Emulator weitere Verbesserungen erfahren hat und nun z.B. IIS Express und LocalDB unterstützt. Zur Verwaltung seines Accounts und der genutzten Features gibt es ein neues HTML-5-basiertes Management Portal, das auch Real-Time-Monitoring und diverse Diagnose- und Benachrichtigungs-Funktionen mitbringt.

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Sonstiges

Die "Windows Azure Media Services" unterstützen Anbieter von Medien-Inhalten mit automatisierten Workflows und diversen Cloud-Services zum Beispiel zum Encoding und Streaming von Inhalten für verschiedene Zielplattformen und zur Integration von DRM. Ebenfalls als Preview verfügbar ist das Distributed Caching zur Steigerung der Performance. Auch bestehende Features haben diverse Änderungen und Erweiterungen bekommen, beispielsweise die Storage Services und SQL Reporting. Dass die meisten Dienste eine Namensänderung erfahren haben, war schon länger bekannt. Microsoft hat aber auch nochmal kräftig an der Preisschraube gedreht und beispielsweise bei den Transaktionen eine Senkung um satte 90% vorgenommen. Mit der Verfügbarkeit in weiteren 48 Ländern (89 insgesamt) rundet Microsoft das Bild ab und bestätigt erneut, dass hinter Azure und dem Thema Cloud Computing inzwischen eine umfassende, globale Strategie steht.

Ressourcen

Meet Windows Azure: http://www.meetwindowsazure.com/
Azure Homepage mit Downloads, Management Portal und Developer Ressourcen: http://www.windowsazure.com/
Ankündigung der Neuerungen mit zusätzlichen Details und weiterführenden Links im Azure Blog:
http://blogs.msdn.com/b/windowsazure/archive/2012/06/07/now-available-new-services-and-enhancements-to-windows-azure.aspx

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