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Thomas Rümmler
Thomas Rümmler ist Senior Software Consultant und Projektleiter bei AIT. Er hilft Unternehmen ihre Software unter Einsatz des Microsoft Visual Studio Team Foundation Servers effizienter zu entwickeln. Seine Erfahrung gibt er als Autor und Sprecher im Microsoft ALM Umfeld weiter.

Thomas Rümmler

Neu in TFS 2015 – Agile Tools und Web Access

Mittwoch, 12. August 2015

Bereits mit TFS 2012 hat Microsoft das Web Access für den TFS komplett neu erstellt und damit einen Weg geebnet, zunehmend Funktionalität über den Browser zur Verfügung zu stellen. Über den TFS 2013 bis hin zum nun verfügbaren TFS 2015 ist Microsoft diesen Weg konsequent weiter gegangen. Dabei sind die Ziele ganz klar. Neben der Plattformunabhängigkeit, die sehr gut zur aktuellen Strategie der Produktgruppe passt, kann man auch deutlich mehr Anwender innerhalb einer Plattform erreichen. So muss beispielsweise ein Product Owner, der primär an den Backlogs arbeitet, keine schwergewichtigen Client Tools mehr installieren. Stets ausgestattet mit Feedback aus der Community hat Microsoft das Web Access also zu einem reichhaltigen Werkzeugkasten für den (agilen) Alltag entwickelt. Nachfolgend zeigen wir ein paar wichtige Neuerungen im TFS 2015.

Umgang mit Bugs

Immer wieder in der Prozessdiskussion ist der Umgang mit Bugs. Die verschiedenen Process Templates Scrum, Agile und CMMI (Achtung: die Namen der Process Templates haben sich mit TFS 2015 ebenfalls geändert, siehe MSDN) hatten diesbezüglich unterschiedliche Verhalten.

Während im Scrum Process Template der Bug typischerweise Teil des Product Backlogs war, wurde er im Agile sowie CMMI Process Template als separates Element außerhalb des Product Backlogs behandelt (siehe nachfolgende zwei Abbildungen).

Abbildung 1: Work Item Types im Microsoft Visual Studio Scrum 2013 Process Template

Abbildung 1: Work Item Types im Microsoft Visual Studio Scrum 2013 Process Template (entnommen aus der MSDN)

 

CMMI 7.0 work item types

Abbildung 2: Work Item Types im MSF for CMMI Process Improvement 2013 Process Template (entnommen aus der MSDN)

Da es für beide Varianten gute Gründe gibt und die Wahl des Process Templates sicherlich nicht davon abhängig sein soll, ob der Bug Teil des Product Backlogs sein soll oder nicht, ist dies mittlerweile konfigurierbar. Genau genommen konnte man dieses Verhalten in der Vergangenheit ebenfalls ändern, jedoch mit folgenden Einschränkungen:

  • Es konnte nur im Process Template bzw. über administrative Tools auch für ein bestehendes Team Project eingerichtet werden
  • Man musste Team Project Administrator sein
  • Die Einstellung hatte Gültigkeit für alle Teams in einem Team Project
  • Dies war ausschließlich mit TFS und nicht mit Visual Studio Online möglich

Mittlerweile kann jedes Team für sich ganz bequem konfigurieren, wie es die Bugs in seinem Entwicklungsprozess handhaben möchte (siehe Abbildung 3).

Scrum work item types

Abbildung 3: Work Item Types im Scrum (TFS 2015) Process Template (entnommen aus der MSDN)

Die großen Vorteile dabei sind:

  • Man kann die Konfiguration bequem über das Web Access durchführen
  • Jeder Team Administrator ist berechtigt, diese Einstellung für sein Team zu verändern
  • Die Einstellung kann pro Team unterschiedlich sein, was der selbstbestimmten und individuellen Arbeitsweise verschiedener Teams zugutekommt
  • Die Funktionalität ist ab TFS 2015 sowie mit Visual Studio Online nutzbar

Bearbeitung von Backlog Items

Ein weiterer Punkt, der eine wesentliche Verbesserung der Usability bringt, ist die Flexibilität im Umgang mit Backlog Items. Auch hierbei können Teams mittlerweile einfacher wählen, wie sie beispielsweise die Sprint Planung durchführen. Wenn man strikt nach Planning Teil 1 und 2 unterscheidet, also zunächst die Backlog Items einem Sprint zuordnet und anschließend im Sprint Backlog die Verfeinerung in Tasks vornimmt, ist man mit der bisherigen Funktionalität schon sehr gut zurechtgekommen.

Direkt in der Product Backlog Ansicht Elemente um Kinder zu ergänzen war jedoch nicht möglich. Man musste bisher in eine andere Ansicht (z.B. Sprint Backlog oder Work Item) wechseln. Mittlerweile hat Microsoft hier die nötige Flexibilität geschaffen: Durch Klicken auf #1 in der nachfolgenden Abbildung kann man direkt einen neuen Task erfassen.

Abbildung 4: Neue Möglichkeiten im Product Backlog

Abbildung 4: Neue Möglichkeiten im Product Backlog

Darüber hinaus wurde das Kontextmenü erweitert (siehe #2 in Abbildung 4). Vor allem Open in new window wird von allen Nutzern, die vertraut im Umgang mit mehreren Browser Tabs sind, geliebt werden. Es ist eine echte Arbeitserleichterung, wenn man bequem zwischen den einzelnen Tabs wechseln kann und ein Work Item im eigenen Tab deutlich mehr Raum zur Verfügung hat.

Sortierung von Backlog Items

Die Sortierung von Backlog Items wurde ebenfalls erweitert. Natürlich muss ein Product Backlog immer gut gepflegt und sortiert sein. Wie soll man aber damit umgehen, wenn man die Sortierung ändern möchte, obwohl ein Backlog Item bereits einem Sprint zugeordnet ist und man sich gerade im Sprint Backlog befindet? Soll der Anwender wirklich gezwungen werden, in die Product Backlog Ansicht zu wechseln?

Dies hat in der Vergangenheit insbesondere Schwierigkeiten gemacht, weil man als Anwender manchmal nicht recht wusste, in welcher Ansicht welche Funktionalität zur Verfügung stand. Mit TFS 2015 haben die Backlog Ansichten funktional voneinander gelernt, wodurch man nun beispielsweise auch im Sprint Backlog mit der gewohnten Drag&Drop-Funktionalität die Sortierung der Backlogelemente verändern kann (siehe Abbildung 5).

Abbildung 5: Sortierung im Sprint Backlog ändern

Abbildung 5: Sortierung im Sprint Backlog ändern

Weiteres

In den Boards und Backlogs gibt es neben den oben genannten Punkten noch viele weitere kleine Verbesserungen. Sei es die dynamische Anpassung der Board Karten an den Inhalt (siehe #1 in Abbildung 6) oder die Möglichkeit, einen Avatar zu jedem User anzuzeigen (siehe #2 in Abbildung 6).

Abbildung 6: UI-Änderungen im Task-Board

Abbildung 6: UI-Änderungen im Task Board

Weiterhin ist es nun möglich, das Board selbst zu konfigurieren. Wir wollen hier nicht auf alle Details eingehen, jedoch einen ersten Eindruck vermitteln, wie man durch Einstellungen das Layout der Karten an seine eigenen Bedürfnisse anpassen kann (siehe Abbildung 7).

Abbildung 7: Konfigurationsdoalog der Board Karten

Abbildung 7: Konfigurationsdialog der Board Karten

Benötigen Sie weitere Informationen bzw. wenn Sie Fragen dazu haben, sprechen Sie uns gerne an.

Fazit und Ausblick

Microsoft hat bei diesen Anpassungen durch kleine Änderungen deutlich an der Usability-Schraube gedreht. Man sieht, dass das Feedback aus der Community von Microsoft geschätzt und berücksichtigt wird.

Neben dem oben beschriebenen kleinen Auszug an Verbesserungen der Boards und Backlogs hat sich noch einiges getan. In einem vorangegangenen Post sind wir bereits speziell auf das Kanban Board eingegangen. Auch der Current Iteration Token, den wir ebenfalls in einem früheren Post in Bezug auf VSO bereits beschrieben haben, hält nun Einzug in die On Premise Welt des TFS.

Es ist zu erkennen, dass sich der Trend fortsetzt, Funktionalität aus Client Tools wie VS und MTM (Microsoft Test Manager) an Web Access abzugeben. So wurde beispielsweise der Bereich Test Management im Web Access wieder etwas erweitert und man benötigt einmal weniger den MTM für bestimmte Funktionen.

Alle Funktionen im Detail finden Sie in den Release Notes in der MSDN.

Wenn man beobachtet, in welcher Geschwindigkeit Features in Visual Studio Online hinzukommen, kann man schon jetzt auf Update 1 gespannt sein. Aber bis dahin wird mit TFS 2015 RTM einiges geliefert, was man im Alltag erst einmal unterbringen und die eigene Arbeitsweise dadurch ein Stück angenehmer gestalten kann.

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