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Benjamin Boost

Benjamin Boost

IoT ist nicht die Island of Things – Tag 1 @ BWC17

Donnerstag, 16. März 2017

Es soll eine große Show werden. Soviel ist bereits im Eingangsbereich zur Bosch Connected World 2017 ersichtlich. Vor dem Konferenzgebäude steht ein Mercedes E400 mit der Aufschrift “Community-based Parking”. Dahinter versteckt sich die Idee ein Fahrzeug als IoT-Sensor zu nutzen, um freie Parkplätze an eine Plattform zu melden, um so die Parkplatzsuche in Großstädten erheblich zu erleichtern. Im Inneren wird man direkt von einem Mähdrescher der Firma CLAAS begrüßt. Definitiv der Blickfang in der Expo-Arena, da er alle weiteren Ausstellungsgegenstände um mehrere Meter überragt. Neben weiteren Fahrzeugen bestimmen vor allem viele AR und VR Devices das Bild.

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In der Eröffnungskeynote hat Bosch CEO Dr. Volkmar Denner eindrucksvoll die 3-“S”-Strategie vorgestellt. Aus seiner Sicht besteht die Zukunft aus dem Zusammenspiel von Software, Sensoren und Services. Weiterhin hat er vier zukunftsweisende Technologiebereiche vorgestellt: Fog und Cloud Computing, IoT Networks, Blockchain und Artificial Intelligence. Alles spannende Themen und wichtige Grundsteine für Industrie 4.0. Openess und Partnerships wurden von ihm während seines gesamten Vortrags als wesentliche Erfolgsfaktoren neben den richtigen Technologien hervorgehoben. Denn IoT, wie auch immer das Thema interpretiert und umgesetzt wird, kann von keinem allein umgesetzt und in einem geschlossenen Eco-System erfolgreich sein.

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Diese Punkte wurden anschließend in einem umfangreichen Show-Case sehr anschaulich und live dargestellt. Ein VW e-Golf meldet einen Defekt im Klimakompressor selbstständig an eine Service-Leitstelle, welche daraufhin die nächstgelegene Werkstatt kontaktiert. Alle nun folgenden Schritte, von der Kontaktaufnahme mit der Werkstatt, über die Lieferkette bis hin zur Montageanleitung wurden über die passende Sensorik und den Einsatz von Augmented Reality in die digitale Welt integriert. Da es sich hier nicht um eine einfache Demo handelt, sondern konkrete Lösungen mit Partnern wie Carglass und dem TÜV Rheinland zum Einsatz präsentiert wurden, beeindruckte die Vorführung umso mehr.

Abgeschlossen wurde die Keynote durch den CEO der deutschen Telekom, Timotheus Höttges, der mit dem Leitsatz “IoT ist nicht die Island of Things” den Saal zum Lachen brachte, damit aber die Themen Partnership und Openess von Dr. Denner unterstrich.

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In den Breakout Sessions zu Connected Logistics und Supply Chain wurde zunächst ein beeindruckendes Marktwachstum von 30 % für Connected Logistics Solutions prognostiziert. Die Vision ist auch hier ein Ende-zu-Ende Workflow. Eine große Herausforderung dabei ist die Skalierung. In diesen Bereichen müssen einzelne Lösungsbausteine von Anfang an so konzipiert sein, dass sie hervorragend nach oben skalieren und den Markt durchdringen können.

Einzelne Ansätze dazu wurde an Praxisbeispielen verschiedener Unternehmen gezeigt. So hat beispielsweise die Bosch Service Solutions in Kooperation mit der PLL Projektlogistic eine Lösung zur Trailorüberwachung mittels verschiedener Sensoren gezeigt. Besonders an diesem Beispiel wird klar, dass nicht alle Use Cases sonderlich neu sind. Solche Systeme, die neben der reinen Positionsbestimmung auch weitere Sensoren verwenden wie beispielsweise an den Türen oder zur Temperaturüberwachung, existieren bereits seit 10 Jahre.

Eines ändert sich jedoch jetzt. Die Einstiegsbarriere ist niedriger. Dank IoT-Plattformen ist nicht mehr jeder einzelne Baustein manufakturähnlich gefertigt. Weitere Sensoren ins System zu bringen wird eher zum Standard als zur Individualentwicklung. Letztlich dreht sich das gesamte Themenfeld der Connected Logistics um das digitale Abbild der Ware sowie des gesamten Prozesses. Auch hierbei gilt: Diese Erkenntnis ist nicht neu. Leo Vinitsky, Vice President of IT Global Clearance & Supply Chain von FedEx Services hat erklärt, dass der FedEx Gründer bereits 1978 den folgenden Satz geprägt hat: „Information about the package is as important as the package itself.”

In der Breakout Session IoT Cloud wurden Kundenlösungen vorgestellt, welche basierend auf der Bosch IoT Suite und der Bosch IoT Cloud umgesetzt wurden. So hat die HUK-Coburg seit Jahresbeginn mit dem Programm “Smart Driver” ein Versicherungsmodell für Junge Fahrer in welchem man sich Rabatte “erfahren” kann. Dies wird durch eine Sensorbox im Fahrzeug und der entsprechenden Auswertung von Geschwindigkeits- und Beschleunigungsdaten ermöglicht. Zusätzlich ist in diesem Lösungsszenario das Erkennen von Unfällen auf Basis der erfassten Daten möglich.

Der Nachmittag startete mit dem Thema Artificial Intelligence & Deep Learning. Christoph Auer-Welsbach von IBM stellte in seiner Session die Bedeutung von AI in den Vordergrund und prognostizierte einen Paradigmenwechsel hin zu “Conversational AI – first” bis zum Jahr 2021. Anschließend gab es einige Einblicke in die Welt von Machine Learning bei Amzon durch Prof. Dr. Ralf Herbrich. So werden zum Beispiel Artikelbeschreibungen automatisiert übersetzt und Kunden-Reviews hinsichtlich ihrer Relevanz für das bewertete Produkt gefiltert – dabei werden sogar ironische oder sarkastische Formulierungen erkannt. Besonders beeindruckend war jedoch die visuelle Überprüfung von Lebensmitteln vor der Auslieferung. So können Früchte inzwischen nicht nur in ‘’gut” und “schlecht” unterschieden werden, sondern auch eine Aussage darüber gemacht werden, wann die Frucht schlecht werden wird!  Eines wurde in diesem Themenblock besonders deutlich dargestellt: Ohne den passenden Basisdaten ist kein AI möglich. Wenn man sich also irgendwie mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, sollte man mit dem Erfassen von Daten beginnen – und zwar sofort.

Weitere spannende Breakout Sessions kamen aus dem Bereich Connected Manufacturing. Spannende Beispiele konnte Calvin Grieder von der Bühler Group liefern. Da die Bühler Group Produkte und Dienstleistungen anbietet, die nahezu alle Bereiche unseres täglichen Lebens betreffen, konnte er gleichzeitig die besondere Bedeutung dieses Themas herausstellen.

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Laut einer vorgestellten Studie von machnation machen 2017 noch 27% des gesamten IoT Marktes traditionelle Produkte aus. Die anderen drei Viertel teilen sich auf in Connectivity, Enabling Tools und Value Services. Der gesamte Markt verändert sich also und damit auch die in ihm agierenden Unternehmen. Das sollten sie zumindest, um den Marktanforderungen weiterhin gerecht zu werden.

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Nachdem wir die Phase der reinen Automatisierung verlassen haben, betreten wir nun das Zeitalter der Connected Automation. Das nachfolgende Bild zeigt unter dem Titel „The Fision of Machine Automation, IT and IIoT“ (IIoT = Industrial Internet of Things) sehr deutlich das Zusammenspiel verschiedenster Partner, Plattformen und Technologien. Allein bei den Plattformen spielen die Bosch eigene IoT-Cloud sowie Microsofts Azure Cloud eine Rolle. Selbst mit anderen IoT-Plattformen wie Predix von General Electrics wird zusammengearbeitet.

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Dieser kleine Teil spiegelt eine wichtige Eigenschaft des gesamten Themas wieder: Partner, Partner, Partner. Das Zusammenspiel verschiedener Expertisen unterschiedlicher Partner bringt am Ende gemeinsam einen Mehrwert für den Kunden.

Jetzt sind wir schon sehr gespannt auf den zweiten Konferenztag und werden auch diesen in einem weiteren Blogpost zusammenfassen.

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