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Lars Roith
Lars Roith ist Senior Software Consultant und Geschäftsführer der AIT. Eines seiner „Steckenpferde“ ist die Architektur- und Prozessberatung. Lars Roith ist maßgeblich beteiligt am hauseigenen Softwareentwicklungsprozess (AIT SEP) und ist für das AIT Task Board verantwortlich.

Lars Roith

Rückblick auf die //Build 2016/

Mittwoch, 13. April 2016

Die Softwareentwicklung unterliegt ständigen Veränderungen und Neuerungen. Einer der wichtigsten Zeitpunkte, in denen die Microsoft-Entwicklergemeinde von Neuerungen erfährt, ist die Build. Ich hatte die Gelegenheit, die Neuerungen vor Ort zu erfahren und mich 3 Tage lang mit den Experten zu verschiedensten Themen auszutauschen. Im Folgenden möchte ich meine ganz persönlichen Eindrücke schildern.

Die mit Spannung erwartete Key Note mit Satya Nadella am ersten Tag brachte eine Menge Neues, der persönliche Wow-Effekt blieb aber aus. Für großen Applaus sorgte die Bekanntgabe der „Bash on Windows“. In Windows können jetzt dank eines neuen Subsystems Linux (ELF)-Binaries direkt ausgeführt werden. Dies eröffnet eine neue Welt von Werkzeugen innerhalb der Windows Plattform. Scott Hanselman berichtet in seinem Blog über erste Erfahrungen. Auch wird im Windows 10 Anniversary Update die Stifteingabe erneut verbessert. Virtuelle Lineale ermöglichen die exakte Linienführung und das saubere Zeichnen, sei es für technische Zeichner oder für Designer. Für mich als ausgeprägten OneNote-Nutzer sicher ein weiterer Schritt, um den Stift zum vollwertigen Eingabeinstrument zu machen.

Mit der Vorstellung von Project Centennial zeigt Microsoft einen Weg, wie bestehende Anwendungen auf die Universal Windows Plattform portiert werden können. Ein erster Test mit unserem Visual Localize zeigte aber, dass zwischen Marketing-Versprechen und Realität noch Raum für Verbesserung besteht. Ich bin zuversichtlich, dass Microsoft an dieser Stelle stark nachbessern wird und somit das Windows 10 Universum für Bestandsapplikationen geöffnet wird. Und beim Stichwort „Windows 10 Universum“ ging es auch direkt weiter. Die Xbox wird mit Windows 10 zur DevBox und Entwickler können jetzt ihre Apps direkt auf die Xbox deployen und dort testen und debuggen.

Weitere Neuerung und neues Feld der Interaktion zwischen Mensch und Maschine sind Bots, welche als Bestandteil der Cortana Intelligence Suite vorgestellt wurden. Microsoft spricht hier von Conversation Canvases. Darunter zu verstehen sind Kommunikationskanäle, die Menschen heute bereits nutzen und die durch Intelligenz wie z.B. Bots angereichert werden. In der Demo zeigte Microsoft, wie darüber z.B. eine interaktive Pizzabestellung laufen kann. Sicher ein sehr einfaches Beispiel, aber es zeigt, welche neuen Optionen in der Kommunikation zwischen Endnutzern und z.B. Serviceabteilungen ermöglicht werden können.

Mein Highlight des Tages war die Verfügbarkeit der HoloLens sowie der erste persönliche Kontakt mit diesem neuartigem Gerät. Was mich bezüglich der holografischen Visualisierungen erwarten würde, konnte ich mir basierend auf den reichhaltig verfügbaren Videomaterialien schon sehr gut vorstellen. So zeigen z.B. die Citi Group, Trimble, die Case Western University als auch Microsoft selbst mit Skype sowie mit Holoportation, was alles mit HoloLens erlebbar wird.

Was für mich aber im Besonderen erst im persönlichen Kontakt mit der HoloLens zum Vorschein kam, war der Einfluss von Spatial Audio bei der Schaffung einer holografischen Welt. Hierbei besitzt das Tonsignal ebenfalls wie Licht eine Quelle im Raum und verändert sich je nach Position und Ausrichtung des Kopfes. Im Zusammenspiel mit den holografischen Projektionen entsteht eine sehr realistische Umgebung. Ich empfehle jedem, der die Chance hat, HoloLens einmal zu probieren, dies auch zu tun, auch wenn die Schlange, an der man sich anstellen muss, länger sein sollte als die zur Vorbestellung eines Tesla Model 3.

Die Gespräche am Vorabend von Tag 2 mit den Kollegen von Xamarin schürten einige Erwartungen. Diese wurden in der Key Note des zweiten Tages auch prompt erfüllt: Xamarin ist für Visual Studio Enterprise und Premium Kunden ohne zusätzliche Kosten verfügbar. Booom ! ! ! Das Auditorium wusste dies auch lautstark und anhaltend zu würdigen. Aus meiner persönliches Sicht ist dies ein wesentlicher Schritt, um Windows als Entwicklungsplattform für alle Devices zu stärken und jedem MSDN-Subscriber den Zugang zu den notwendigen Entwicklungswerkzeugen zu ermöglichen. Es gibt jetzt keinen Grund mehr, vor der Entwicklung von mobilen Apps zurückzuschrecken. Mit Visual Studio, VSTS, Xamarin TestCloud sowie HockeyApp stehen Werkzeuge bereit, die DevOps zum  Hygienefaktor werden lassen.

Darüber hinaus waren Azure IoT sowie PowerBI prominent in der Key Note des zweiten Tages vertreten, beides Themen, mit denen wir uns bei AIT seit geraumer Zeit befassen. So ist die Preview von Power BI Embedded aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt, um Daten in ansprechender Form in eigene Anwendung einzubetten. Zudem wird mit der Unterstützung von R ein neues Universum an Auswertungen und Visualisierungen erschlossen, welches via Power BI einfach konsumiert werden kann.

Mit Windows 10 IoT und den zugehörigen Diensten auf der Azure Plattform vergrößert Microsoft das Anwendungsuniversum weiter und zeigt auf beeindruckende Art und Weise, welche Breite an Plattformen bereits heute mit den Haus- und Hofsprachen von Microsoft adressiert werden kann. Aus meiner Sicht ein weiterer wichtiger Schritt, um aufgebautes Wissen und Können verstärkt wiederverwenden zu können.

Auch am zweiten Tag war HoloLens wieder präsent. Diesmal als verlängerter Arm von Augmented Reality, welches auf Basis von Vuforia am Beispiel von Caterpillar gezeigt wurde. Es wurde hierbei erneut deutlich, wie die einzelnen Geräte und Plattformen ineinander übergreifen.

Den Rückflug habe ich genutzt, um selbst die ersten Gehversuche mit den neuen Technologien zu machen. So reichte mein Zwischenstopp in Amsterdam, um meine erste HoloLens-App zu schreiben und mit dem Emulator zu testen.

Neben dem Aus- und Einblick in die Welt der Software-Entwicklung auf Basis der Microsoft-Plattformen hat die Konferenz mir insbesondere gezeigt, dass es bisher keine bessere Zeit gab, ein Microsoft-Entwickler zu sein. Der Zugang zu Technologien und Lösungen sowie der hohe Wiederverwendungsgrad von Wissen machen die Microsoft-Plattform zu einer hervorragenden Ausgangsbasis für eigene Entwicklungen. Ich freue mich schon darauf, mit und für unsere Kunden Lösungen zu schaffen, die unseren Kunden sowie den Kunden unserer Kunden einen Mehrwert stiften. Der Ansporn war nie größer.

PS: Wer es nicht zur Build geschafft hat oder so wie ich nur einen Bruchteil des Gebotenen persönlichen sehen konnte, der findet auf Channel 9 die Aufzeichnung aller Sessions